Abend

From Avega-Ruanda-Wiki
Jump to: navigation, search

Um kurz nach sechs wird es hier dunkel, die Busse fahren bis kurz nach acht. Abends nach hause zu kommen ist schön. Ich steige am Flughafen aus und muss noch ein paar Meter die Straße herunterlaufen, umgeben von Dunkelheit und Lichtern. Wo ich wohne, gibt es keine Straßenlampen. In der schwarzen Nacht funkeln die Lichter der Häuser auf dem gegenüberliegenden Hügel und über mir der Sternenhimmel.

Charlotte, das „Hausmädchen“ kocht draußen auf dem Kohlenherd – ich habe den großen Luxus, zweimal täglich fertige Malzeiten zu bekommen, wenn ich zu hause bin. Irgendwann stellt Charlotte Töpfe mit Reis, roten Bohnen, Gemüsesauce, manchmal auch Kochbananen, Kartoffeln, Fleisch- oder Fischsaußen auf den Tisch, es wird bebetet und dann bedienen sich alle.

Zur Freude meiner „Brüder“ übe ich das Essen mit den Fingern. Am Anfang fühlte ich mich dabei eher unbeholfen, inzwischen gefällt es mir, so zu essen, es ist irgendwie intensiver.